Starke Starthilfe für Startups

Unternehmen gründen: Das junge Gründerteam TrypCo entwickelt innovative Methoden für die Krebstherapie an der MLU. Foto: Maike Glöckner, Uni Halle

Eine lebendige Gründungskultur lebt auch von der Verwertung neuer Ideen. Zahlreiche Innovationen lassen sich unter anderem aus den Forschungsergebnissen ableiten, die Studierende und Wissenschaftler*innen täglich an den Hochschulen Sachsen-Anhalts erarbeiten. Um daraus auch wirtschaftliche Erfolge zu machen, fährt das Land einen besonderen Kurs.

Ob Bachelor- oder Masterarbeit, wissenschaftliche Projekte am Institut oder ein Praktikum im Labor: Das Studium kann bereits der Grundstein für das innovative Startup von morgen sein. Um anschließend aus der Hochschule heraus ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen, benötigen künftige Existenzgründer*innen oftmals mehr als die zündende Geschäftsidee. Woher das Startkapital, Technik, Büroräume und fachliches Knowhow bekommen?

Angesichts solcher Hürden musst du dir jedoch noch lange nicht den Kopf zerbrechen. Durch ihre langjährige Arbeit im Transfer- und Gründerservice der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg weiß Leiterin Dr. Susanne Hübner über die vielen Fördermöglichkeiten in Sachsen-Anhalt, die deiner Gründung aus der Hochschule Hilfestellung leisten.


Gründen mit ego.

Dass viele innovative Ideen ihren Ursprung in der Wissenschaft haben, ist kein Geheimnis mehr. Besonders durch die Existenzgründeroffensive ego. finden akademische Jungunternehmer*innen in Sachsen-Anhalt ideale Voraussetzungen, ihr Startup zu gründen.

„Land und Bund bieten diverse Frühphasenfinanzierungen für innovative Gründungsvorhaben. Diese geben den Gründerteams den nötigen finanziellen Freiraum in einer Phase, in der meist noch keine Einnahmen generiert werden. Mit den Förderbausteinen können sich Gründerteams ganz auf den Kompetenzaufbau, die Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung und den Netzwerkaufbau auch zu Pilotkunden konzentrieren“, erklärt Dr. Susanne Hübner.

In finanzieller Hinsicht greift das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfond z.B. durch das Förderprogramm ego.-Gründungstransfer potenziellen Gründungsvorhaben unter die Arme. Der Zuschuss kann in der Vorgründungsphase für Personalausgaben und Sachausgaben z.B. Materialkosten, Ausstattungsgegenstände oder Lizenzen verwendet werden.

Zusätzlich wird den Startups ein Mentor oder eine Mentorin an die Seite gestellt, um die Ausarbeitung der Geschäftsidee bis hin zur Gründung fachlich zu unterstützen. „Dieses Förderprogramm kann nur von Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt beantragt werden. Darüber wird sichergestellt, dass die Gründerteams Zugang zu spezifischen Fachkompetenzen, Inkubatoren, Hochschulgründernetzwerken und weiteren Unterstützungsangebote erhalten und für ihre Unternehmensgründung nutzen können“, so die Leiterin.


Gesetz stärkt Hochschulen 

Das Ziel Gründerteams direkt an ihrer Hochschule zu unterstützen, ist in Sachsen-Anhalt klar definiert. So hat der Landtag nicht zuletzt mit dem neuen Hochschulgesetz vom Mai 2020 die Grundlage geschaffen, die es Hochschulen einfacher macht, Studierende, Absolventen oder wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in ihrem Gründungsvorhaben zu unterstützen.

Die verabschiedete Novelle mit dem Namen „Ausweitung der wirtschaftlichen Bestätigungsmöglichkeiten“ ermöglicht den Institutionen, Gründer*innen durch eigene Mittel zu fördern und ihnen den Zugang zu Laboren, Bibliotheken oder IT-Infrastruktur zu gewähren. Zudem können die Hochschulen Professor*innen für eine Zeit lang beurlauben, damit diese das Gründungsvorhaben begleiten. 


Wer hat's erfunden?

Übrigens: Nicht selten basieren Ausgründungen aus Hochschulen auf Erfindungen. Wenn für eine Unternehmensgründung, das geistige Eigentum (kurz IP) einer Hochschule genutzt werden soll, ist es ratsam sich an die jeweiligen Transferstellen der Hochschule zu wenden. Dort erhältst du die wichtigsten Informationen aus erster Hand, um z.B. auch die besonderen Anforderungen bei Diensterfindungen zu beachten.

„An der Uni Halle berät und sensibilisiert der Transfer- und Gründerservice zu allen schutzrechtlichen Fragestellungen, auch im Falle einer geplanten Unternehmensgründung. Wir nehmen Erfindungsmeldungen entgegen und melden erfolgversprechende Erfindungen mithilfe von Patentanwaltskanzleien zum Patent oder Gebrauchsmuster an. In Zusammenarbeit mit Patentverwertungsagenturen werden Patentierungs- und Verwertungsstrategien entwickelt. Die Kosten für die Anmeldung, Kanzleien und Agenturen werden vollständig übernommen“, erzählt Hübner.

Letzteres ist ein großer Vorteil für dich: Die Kosten für Prüfung und Beantragung von Schutzrechten ist nicht billig - ohne diese Unterstützung würde es dich viele tausend Euro kosten. Doch wie können die Schutzrechte der Hochschule vom Startup dann genutzt werden? „An der MLU werden z.B. an das Startup Lizenzen zu gründerfreundlichen Konditionen vergeben. Umsatzbeteiligungen ab einer bestimmten Umsatzhöhe und die Einräumung von Vorkaufrechten für das Startup sind im Falle einer Unternehmensgründung erprobte, gängige Lösungen.“


Nach der Theorie ins voll ausgestatte Labor

Die Fördermaßnahmen durch das Land kommen allerdings neben Studierenden, Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen auch den Hochschulen selbst zugute. Für erfolgreiche, akademische Unternehmensgründungen unterstützt das Land direkt in den „Ideenschmieden“, damit diese ihr gründerfreundliches Angebot weiter verbessern können.

Mit dem Programm ego.-Inkubator beispielsweise können Hochschulen Labore, Werkstätten und Technik für die Entwicklung von Prototypen aufbauen. Denn um die wissenschaftliche Lösungsansätze und Ideen in einem praxisnahen Umfeld auszuprobieren und weiterzuentwickeln, sind Hochschul-Inkubatoren wie z.B. die SCIDEA-LABS der MLU genau der richtige Ort. Dort wird den Gründerteams Technik zur Prototypenentwicklung zur Verfügung gestellt und die Teams durch fachspezifisches Know-how in der Ideenphase begleitet.


Eine Stelle für alle Fragen der Gründung

Schlussendlich laufen bei den Transfer- und Gründerservices all diese Fäden zusammen, sodass diese für dich eine ideale Anlaufstelle auf dem Weg zur erfolgreichen Gründung sind. Die Gründungsberater*innen helfen dir bei der Akquise passender Fördermittel, der Businessplanung und stellen Kontakte zu Mentor*innen, Investoren, Projektträgern, Förderern, Unternehmern her.

„Es ist wichtig, dass die Gründerservices an Hochschulen mit ihrem spezifischen Erfahrungshintergrund zu administrativen Abläufen, zu speziellen Förder- und Finanzierungsinstrumenten, zum Startup-Ökosystem der Hochschule nah dran sind an den speziellen Anforderungen. Studierende und Wissenschaftler*innen werden so passgenau und ohne große Umwege individuell unterstützt“, sagt Hübner über den Transfer- und Gründerservice an Hochschulen.

Um über die Möglichkeiten der Selbstständigkeit aus der Hochschule gut informiert zu sein, findest du hier Gründungsberater*innen, die in jeder Gründungsfrage weiterhelfen und den Unternehmergeist in dir wecken:

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