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3DQR: Hindernisse und Support auf dem Weg zur Weltherrschaft

Er wollte es am Anfang ohne Hilfe schaffen. Daniel Anderson setzte bei der Gründung seines Startups 3DQR auf die eigenen Ersparnisse und seinen Lifestyle. „Ich hatte eine kleine Wohnung, keine Kinder und musste nur mich selbst über Wasser halten“, erinnert sich der 34-Jährige. Schlecht standen die Chancen dafür nicht.

Magdeburg. Seine Geschäftsidee war neu, hatte Potenzial, insbesondere im Bereich Marketing. Er nutzte QR-Codes, um digitale 3-D-Objekte an beliebigen Punkten im Raum sichtbar und interaktiv nutzbar zu machen. Augmented Reality (AR), also die computergestützte Erweiterung der Realität, wurde so viel leichter und flexibler einsetzbar. Wofür es vorher teure Programme brauchte, genügten dank 3DQR ein abgedruckter QR-Code und ein Smartphone.

Von der Wissenschaft zur Wirtschaft

„Einen Kunden hatte ich bereits“, sagte Daniel. Sein persönliches Netzwerk war eine gute Ausgangslage für sein Business. In der Zeit am Fraunhofer Institut in Magdeburg, in der Daniel zum Thema AR forschte, und anschließend als Mitarbeiter einer jungen Agentur, die das Thema vermarktete, sammelte er wertvolle Kontakte in Forschung und Wirtschaft.

„Als Angestellter schnupperte ich dreieinhalb Jahre Startup-Luft“, so der Gründer. „Eine spannende Erfahrung. Man hat unter anderem ein Gefühl dafür bekommen, was man vielleicht auch anders machen würde.“ Die Bedingungen seien jedoch ein wenig zu perfekt gewesen. Ein finanzstarker Investor machte alles möglich. Dabei fiel die wesentliche Frage nach dem Bedarf am Markt in den Hintergrund.

Der Markt ließ auch Daniel im Stich. Ein Jahr nach der Gründung von 3DQR blieben die Aufträge aus. „Es wurde zunehmend schwieriger, die Technologie weiterzuentwickeln und parallel damit Geld zu verdienen“, sagt der Unternehmer. Dass er jemals mehr als drei Mitarbeiter beschäftigen und mit internationalen Softwarekonzernen verhandeln würde, damals noch unvorstellbar.


Weniger Druck durch Gründerstipendium

„In dem Moment habe ich mich das erste Mal mit Fördermöglichkeiten auseinandergesetzt und bin unter anderem auf den Investforum Startup-Service in Halle gestoßen“, erinnert sich Daniel. Das Angebot der Univations GmbH, einem An-Institut der Martin-Luther-Universität Halle, half, die Verbindung zu neuen potenziellen Investoren herzustellen. „Über die Investitionsbank bekam ich kurzfristig das ego.-Start-Gründerstipendium und das hat über eineinhalb Jahr den Druck rausgenommen."

Von der Technologie und dass aus ihr noch viel rauszuholen ist, davon war Daniel immer überzeugt. Schon als er während des Mechatronik-Studiums das erste Mal die Weltkugel durch eine Virtual-Reality-Brille betrachtete, war er fasziniert.

Mit seiner Begeisterung wusste Daniel schon früh zu überzeugen. Seit der Gründung von 3DQR hat er zwei Business Angels an seiner Seite, die es dem Unternehmen neben der Grundfinanzierung ermöglichten zu wachsen. Nicht nur die Mitarbeiterzahlen wuchsen, auch die Umsätze. Im Jahr 2019 gab es durch die Venture Capital Gesellschaft bmp nochmals Kapital in 7-stelliger Höhe. „Damit konnten wir unsere Technologie weiterentwickeln und unseren Vertrieb professionalisieren“, sagt Daniel.

„Ich glaube, gerade Entwickler reizen spannende Aufgaben oft mehr als das große Geld.“ — Daniel Anderson

Spannende Aufgaben locken mehr als das große Geld

Das Team verdoppelt sich jedes Jahr. Dabei lockt 3DQR Menschen aus der ganzen Welt nach Magdeburg an die Elbe. Von Fachkräftemangel keine Spur. „Ich glaube gerade Entwickler reizen spannende Aufgaben oft mehr als das große Geld“, vermutet Daniel. „Wir bieten jede Menge spannende Aufgaben und leben den Startup-Spirit.“ Ein weiterer Vorteil sei die Nähe zur Otto-von-Guericke-Uni und die niedrigen Lebenserhaltungskosten in der Stadt.


Direkter Draht zur Politik

Was Magdeburg für Daniel als Unternehmer auf der Haben-Seite hat? „In erster Linie mein bestehendes Netzwerk“, sagt der 3DQR-Gründer. „Auch in hochrangige Ebenen gibt es einen direkten Draht. Das ist sehr praktisch für uns als Firma.“ Als Standort seien die kurzen Wege gut, aber für ein digitales Unternehmen, das weltweit agiert, auch nicht so entscheidend.

Nur etwa zwei Prozent der Kunden von 3DQR kommen aus Sachsen-Anhalt. Und doch weiß Daniel das Engagement der Politik im Land zu schätzen. „Es wird versucht, viel möglich zu machen, gerade für Startups“, schätzt der Magdeburger. „Vielleicht sollte man jedoch auch die etablierte Wirtschaft auf dem Weg mitnehmen und nicht nur Startups direkt adressieren, sondern häufiger für eine Zusammenarbeit werben“, schlägt Daniel vor. Seine Zentrale bleibt auf absehbare Zeit Magdeburg, so viel steht für den 34-Jährigen auf jeden Fall fest.

Das Ziel, das Daniel mit 3DQR verfolgt, hat er dabei immer vor Augen: „Natürlich die Weltherrschaft“, sagt er und lacht. „Wir wollen der Standard-Anbieter von Augmented Reality werden.“

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