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MolAquaTech

Schkopau. „Die großen Herausforderungen unserer Zeit müssen nicht zwangsläufig im Silicon Valley gelöst werden. Das können wir hier genauso.“ Jan Koppe klingt überzeugt, wenn er das sagt. Und er untermauert diese Sätze mit Taten. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für den Unternehmer vor knapp vier Jahren kein kompletter Neustart. Er sieht ihn selbst eher als Fortsetzung. Mehr als zwei Jahrzehnte hat Jan Koppe zuvor gemeinsam mit seinem Vater ein Unternehmen aufgebaut. Diese Zeit prägt ihn. Als er MolAquaTech gründet, sichert er sich früh Patente und plant gezielt den Sprung auf internationale Märkte.

Zuverlässigkeit für technische Systeme 

Auf den ersten Blick dreht sich im jungen Unternehmen im ValuePark® Schkopau alles ums Wasser. Wer tiefer eintaucht, erkennt: Dahinter steckt weit mehr als das kostbare nasse Element selbst. Entscheidend ist für Jan Koppe, wie es in technischen Systemen funktioniert. Er sagt: „Ohne Wasser geht in modernen Gesellschaften nichts. Wir brauchen es für die Industrie, die Ernährung und die Gesundheit.“ Wasser ist jedoch nicht nur eine kostbare Ressource. In vielen technischen und kritischen Infrastrukturen ist seine zuverlässige Beherrschung eine Voraussetzung für Prozesssicherheit, Anlagenverfügbarkeit und den Schutz der Gesundheit. Entscheidend ist deshalb, dass wasserführende Systeme dauerhaft stabil und effizient arbeiten. Denn wo gekühlt, geklärt und gereinigt wird, können Abläufe aus dem Gleichgewicht geraten. Kühlkreisläufe verschmutzen, Trinkwasser-Installationen bilden Ablagerungen, hygienische und betriebliche Risiken nehmen zu. Die Effizienz sinkt, Wartungsaufwand und Chemikalieneinsatz steigen. „Das kostet nicht nur Geld. Es kann im schlimmsten Fall die Sicherheit des gesamten Prozesses beeinträchtigen“, sagt der Geschäftsführer.


Das Gesamtsystem stabilisieren

Die Mission des sachsen-anhaltischen Unternehmens lautet darum, Wasser stetig, sicher und effizient fließen zu lassen. Ziel ist es, Prozesssicherheit, Anlagenverfügbarkeit und Ressourceneffizienz dauerhaft zu verbessern. Für Betreiber bedeutet das: weniger Ablagerungen und Betriebsstörungen, stabilere Prozesse sowie ein geringerer Einsatz von Energie, Wasser und Chemikalien. Ob Chemiepark, Krankenhaus, Kraft- oder Wasserwerk – überall dort, wo Wasser Teil industrieller oder kritischer Prozesse ist, können Störungen weitreichende wirtschaftliche, ökologische und gesundheitliche Folgen haben. Hier setzt MolAquaTech an. „Wir bringen dem Kalk das Schwimmen bei“, sagt Jan Koppe und lächelt. Das sachsen-anhaltische Unternehmen entwickelt Technologien für wasserführende Systeme – technische Anlagen, in denen Wasser zirkuliert, etwa Kühlkreisläufe, Prozesswasser-Anlagen oder Trinkwasser-Installationen. Sie helfen, Ablagerungen und daraus resultierende Effizienzverluste zu reduzieren, Energie zu sparen und den Einsatz von Chemikalien zu verringern. „Wir behandeln nicht nur einzelne Symptome. Unser Anspruch ist, die Ursachen im Zusammenspiel von Wasser, Material und Betriebsbedingungen zu verstehen und das Gesamtsystem dauerhaft zu stabilisieren“, erklärt Jan Koppe. 



Vertrauen in technische Systeme schaffen

MolAquaTech arbeitet dort, wo Wasser, Material und Energie miteinander reagieren. Bereits dünne Ablagerungsschichten auf Wärmetauschern können die Effizienz von Anlagen deutlich verringern. Solche Bauteile übertragen in technischen Systemen Wärme – etwa in Heiz- und Kühlsystemen, Kraftwerken oder industriellen Anlagen. Schon geringe Beläge wirken darauf wie eine Isolierschicht. Und auch Biofilme und Korrosion spielen keine gute Rolle. Die Folgen: ein höherer Energieverbrauch, kürzere Wartungsintervalle und steigende Betriebskosten. 

Als reinen Wassertechnologie-Anbieter versteht Jan Koppe sein Unternehmen allerdings nicht. Er denkt weiter und sagt: „Unsere Aufgabe ist es, Vertrauen in technische Systeme zu schaffen. Betreiber müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Prozesse stabil funktionieren. Und überall dort, wo Menschen mit Wasser in Berührung kommen, geht es zugleich um den Schutz der Gesundheit. Moderne Wassertechnologien können dazu beitragen, hygienische Risiken und mikrobiologische Belastungen wie Legionellen zu reduzieren und die Voraussetzungen für einen dauerhaft sicheren Betrieb zu verbessern.“


Lange Tradition der Katalyseforschung

Das junge Unternehmen knüpft an eine lange Geschichte an. Mitteldeutschland gilt als eine der traditionsreichsten Chemie- und Industrieregionen Europas. Die Gegend um Leuna und Schkopau steht für eine jahrzehntelang gewachsene Katalyseforschung, die die Region bis heute prägt. „Unsere heutigen Anwendungen beruhen maßgeblich auf der langzeitbewährten Schkopauer Wasserkatalyse. Wir entwickeln diese Prinzipien für moderne wasserführende Systeme weiter und machen sie für konkrete betriebliche Herausforderungen nutzbar“, sagt Jan Koppe. „Parallel wurden in der Gasphasenkatalyse neue Entwicklungsfortschritte erzielt. Daraus können mittelfristig weitere Anwendungen entstehen, die das technologische Spektrum von MolAquaTech gezielt erweitern.“ Die Forschung und Entwicklung dafür laufen im Zukunftsort ValuePark® Schkopau: „Hier vor der Haustür entstehen Lösungen, die später weltweit dazu beitragen können, kritische Prozesse zuverlässiger zu betreiben, Ressourcen zu schonen und Menschen zu schützen.“


Verlässliche Netzwerke aufbauen

Den Sprung auf internationale Märkte hat das Unternehmen bereits geschafft. Erste Systeme laufen in Neuseeland, in China entsteht ein Joint Venture, in den USA arbeiten Partnerunternehmen mit der Technologie – auch in Kanada bestehen Kooperationen. Forschung und Entwicklung bleiben dabei bewusst in Schkopau verankert. Der Unternehmer sagt: „Wir verbinden wissenschaftliche Kompetenz aus Mitteldeutschland mit der Erfahrung starker Partner vor Ort. So entstehen Lösungen, die zu den jeweiligen Anlagen, Betriebsbedingungen und Anforderungen unserer Kunden passen.“

Besonders wichtig sind ihm verlässliche Netzwerke: „Ich rate jedem Gründer, sich frühzeitig gut zu vernetzen – mit Kunden, Forschungspartnern und Finanzierungspartnern ebenso wie mit einer kompetenten steuerlichen und rechtlichen Begleitung.“ Jan Koppe spricht aus Erfahrung, wenn er sagt: „Viele Weichen werden gleich in den ersten Monaten gestellt. Wer sich dabei gut aufstellt, hat später den Kopf frei für das, worauf es eigentlich ankommt: Innovationen zu entwickeln, konkrete Probleme der Kunden zu lösen und damit einen nachhaltigen Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.“

veröffentlicht am: 25.08.2026